In Stockach beginnt am 4. Februar der Neulingslehrgang
Gut zwei Wochen noch, dann muss die Schiedsrichtervereinigung (SRVgg) Bodensee einen ihrer wichtigsten Jahrestermine bewältigen. Am 4. Februar beginnt der Neulingslehrgang 2011, der helfen soll, die Löcher im der Mitgliederstatistik der Fußball-Referees zu stopfen. Sechsmal müssen die potentiellen Spielleiter im Stockacher Nellenburg-Gymnasium Regelwissen pauken, dann muss die Praxis zeigen, ob das Gelernte reicht.
Wer als Schiedsrichter erstmals in Dortmund vor über 80.000 Zuschauern ein Bundesligaspiel anpfeift, der verspürt gewiss ein leichtes Wackeln im Knie, wenn er auf den Platz läuft. Wenn ein Schiri-Neuling sein erstes Jugendspiel vor fast leeren Rängen leitet, dann wackeln seine Knie mindestens genauso. Auch wenn es natürlich ein Vergleich „von Äpfeln mit Birnen“ darstellt, das Ergebnis stimmt. Allerdings, und das sollte man sich vor der Anmeldung schon bewusst machen, ist die Chance einer Karriere bis hin zur Bundesliga eher gering. Aber auch die Klassen darunter sind von Reiz, wenngleich der Beginn der Laufbahn manchmal eine gewisse „Leidensfähigkeit“ verlangt. Wer die Prüfung besteht, der bekommt die Leitung von Jugendspielen übertragen. Bei den ersten Spielen bekommt er einen Helfer zur Seite gestellt, der ihm vor und nach dem Spiel beratend Tipps gibt. Danach muss sich der SR-Neuling selbst durchsetzen. Das ist nicht immer eine dankbare Tätigkeit, wenn neben dem Platz dann oft noch tobende Eltern glauben, ihren Nachwuchs „beschützen“ zu müssen.
Wann das ideale Einstiegsalter bei den Schiedsrichtern ist, darüber mag man sich streiten. Die Altersgrenzen des Verbandes bieten einen Korridor von 14 bis 45 Jahren. Natürlich ist es nicht damit getan, schnell mal die Prüfung abzulegen und hin und wieder ein Spiel zu pfeifen, sondern wer die Pfeife und „das gelb-rote Kartenspiel“ zu seinem Hobby erkoren hat, der sollte auch Interesse und Zeit aufbringen, um regelmäßig einsetzbar zu sein. Man kann es ruhig mit dem Führerschein vergleichen: Richtig gelernt wird erst in der Praxis.
Die Vereine, die übrigens für einen Minusbestand an Schiedsrichtern Ausfallgebühren an den Verband bezahlen müssen, bei einem Plusbestand aber auch etwas ausbezahlt bekommen, lassen leider bislang immer noch zu wenig Engagement für das Gewinnen neuer Unparteiischer erkennen. Dabei ist klar erkennbar, dass eine jährliche Quote von etwa vierzig Abmeldungen auf Dauer nicht zu verkraften ist, wenn nicht gleichzeitig entsprechend Nachwuchs gewonnen wird. Zwei Felder gibt es, die besonders schwer zu besetzen scheinen. So ist es kaum möglich, gestandene Teilnehmer im „Mittelalter“ von 25 bis 35 Jahren zu gewinnen, und genauso unmöglich scheint es, Fußballerinnen für das Amt mit der Pfeife zu gewinnen. Obwohl ja gerade letztere Gruppe ungeahnte Aufstiegschancen hat.
Noch gibt es also genügend freie Plätze beim Neulings-Lehrgang. Selbstverständlich muss die Anmeldung nicht durch einen Verein erfolgen, sondern sie ist auch durch die Teilnehmer selbst möglich. Dreimal am Freitagabend, dreimal am Samstag ganztags müssen sich die „Kandidaten“ im Stockacher Nellenburg-Gymnasium einfinden, beginnend am 4. Februar. Ab 18.30 Uhr findet die Begrüßung statt, um 19.30 Uhr beginnt der Ernst des Lernens. Die weiteren Unterrichtstage sind auf den 5., 11., 12., 18. und 19. Februar angesetzt. Am Freitag immer ab 19.30 Uhr, am Samstag ab 9.30 Uhr werden die Teilnehmer durch die SR-Lehrwarte des Bezirks Bodensee geschult und am letzten Tag wird eine schriftliche Prüfung zeigen, wie gut der Lehrstoff angekommen ist. Anmeldungen sind schriftlich an Obmann Harry Ehing zu richten per Post (Auf Löbern 21 in 78234 Engen), per E-Mail (harryehing@t-online.de) oder per Fax (07733/977710). Formulare zur Anmeldung können auch von der Homepage des Südbadischen Fußballverband (www.sbfv.de) heruntergeladen werden.
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