Donau-Bezirksligist SV Uttenweiler holt sich den Oberschwaben-Pokal

Der 6:1-Gala im Halbfinale gegen das Pfullendorfer F-Team folgt im Finale ein 2:0-Krimi nach Verlängerung gegen den FV Ravensburg

Biberach: Der SV Uttenweiler hat den Oberschwabenpokal im Hallenfußball gewonnen. Zum zweiten Mal binnen drei Austragungen (nach 2009) – siegte die traditionell gute Hallenmannschaft um Spielertrainer Jasko Ramic. In der Halle des Berufsschulzentrums in Biberach schlugen Ramic und Co den Vorjahressieger FV Ravensburg mit 2:0 nach Verlängerung durch Tore von Fabian Maurer nach einer – wieder einmal – sehenswerten Kombination über die Protagonisten, 2:22 Minuten vor Schluss und nach einem Treffer in den Schlussekunden durch Markus Ulmschneider, der auf Höhe der Mittellinie seinem Ravensburger Gegenspieler den Ball abnahm und das Spielgerät ins leere Tor bugsierte.

Uttenweiler verzückte im Turnier mit „Hallen-Champagnerfußball nicht nur ihre vielen, mitgereisten Fans. Die Mannschaft bescherte dem Verein 1000 Euro für die Mannschaftskasse, einen schweren Pott und ihrer eigenen AH auf eigenem Gelände in Uttenweiler im Sommer ein Spiel gegen eine Traditionsauswahl des VfB Stuttgart. „Super, ich bin selbst VfB-Fan“, frohlockte Abteilungsleiter Stefan Schädle über dieses „Geschenk“, das auch noch einmal etwas Geld in die Vereinskasse spülen dürfte. Fabian Maurer, Torschützenkönig des Finalturniers mit acht Treffern, mutmaßte: „Da werden einige ihre Kickstiefel aus dem Schrank oder von der Bühne holen. Ich denke, man wird in den kommenden Wochen einige um Uttenweiler und um den Sportplatz joggen sehen“, stellte er Mutmaßungen zum Fitnesszustand seiner Vereins-Altvorderen an.

Die „Alten“ besiegen die Jungen

Völlig verdient „beglücken“ die Bezirksliga-Kicker des SV Uttenweiler ihre eigenen Alten Herren mit dem Spiel gegen die VfB-AH. Der SV Uttenweiler spielte souverän und sicherte sich verdient Sieg, Pokal und das VfB-V.I.P.-Spiel. „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert, das Halbfinale war schließlich spielerisch super“, meinte ein glücklicher Jasko Ramic nach dem Finale. Denn: Im Halbfinale hatte Uttenweiler die SCP-Fohlen-Elf „aus der Halle“ kombiniert. Die „alten Füchse“ Jasko Ramic und Lothar Werkmann sowie ihre Mitstreiter „flipperten“ die „Küken“ des SCP an die Wand beziehungsweise an die Bande, führten schnell mit 4:1 und siegten am Ende mit 6:1 (Tore: Moll (2), Maurer, V. Ruff, Traub, Werkmann bei einem Gegentreffer durch Kalludra).

Uttenweiler hatte bereits in der Gruppenphase am Sonntagmorgen überzeugt, nur das Eröffnungsspiel gegen das Regionalligateam Pfullendorfs mit 3:4 verloren, ohne dabei die schlechtere Mannschaft gewesen zu sein. In den weiteren Partien hatten sich die Uttenweiler keine Blöße gegeben, in der Vorrunde Wilhelmsdorf/Riedhausen/Zussdorf (2:0) und Bad Schussenried (1:0) besiegt, gegen die ebenfalls starke Hallenmannschaft aus Bermatingen ein 1:1 erzielt (Übrigens hatte Bermatingens Trainer Savic Uttenweiler schon in der Turniervorschau gegenüber der SZ auf der Rechnung, SZ vom Samstag). In der Zwischenrunde drehten Ramic, Werkmann und Co. endgültig auf, besiegten Türkspor Biberach (2:0), Wacker Biberach (3:0) und den FC Krauchenwies (4:1) und ließen dann die schon geschilderten, sechs Knallbonbons im Halbfinale gegen Pfullendorf II los.

„Kompliment an meine Jungs. Ich glaube, der Wille war heute entscheidend“, sagte Jasko Ramic, vergaß aber nicht, in der Stunde des Triumphs den mahnenden Zeigefinger zu heben. „Naja, klar gibt uns das Selbstvertrauen, aber wir müssen jetzt in der Vorbereitung hart arbeiten, dass wir den Klassenerhalt schaffen“, sagte Ramic, dessen Team nach einer von Verletzungen und Ausfällen geprägten Vorrunde derzeit nur an Position dreizehn der Bezirksliga geführt wird. „Natürlich werden wir jetzt feiern, ich glaube, das lässt sich nicht verhindern“, sagte auch Abteilungsleiter Stefan Schädle nach dem Finalsieg, während Fabian Maurer etwas konkreter wurde. „Ich denke, wir werden jetzt hier in der Halle noch was trinken und dann in Uttenweiler haben wir ja unseren „Bären“.“

SCP enttäuscht

„Bärig“ war auch die Leistung des SC Pfullendorf in Biberach. Trotz vieler Stammspieler aus dem Regionalligakader reichte es am Ende nur zu Rang fünf – nach einem mühevollen 3:2-Sieg im Spiel um selbigen Platz gegen Türkspor Biberach. Trotzdem nahm es Helgi Kolvidsson gelassen. Was blieb ihm auch übrig? „Wir haben in der Zwischenrunde gegen eine starke Ravensburger Mannschaft (1:4, d. Red.) verloren, gegen die eigene zweite Mannschaft nur ein Unentschieden erzielt. Das ist dann zu wenig, um weiterzukommen. Bei so einem Turnier ist das aber auch eine Kopfsache“, spielte er ein bisschen auf die fehlende Motivation seiner Mannschaft an.

Etwas besser machte es die zweite Mannschaft des SCP von Adnan Sijaric, die dank eines Unentschiedens gegen Ravensburg knapp vor der „Helgi-Fünf“ weiterkam, dann aber im Halbfinale gegen Uttenweiler ihr ganz persönliches Waterloo erlebte. Ebenfalls im Halbfinale scheiterte der FC Krauchenwies knapp mit 0:2 am FV Ravensburg – und das obwohl der FCK von zwölf Minuten Spielzeit elfeinhalb auf das Ravensburger Tor zurannte. Und auch im Spiel um Platz drei unterlag der FCK dem SCP-F-Team nur knapp (2:3). „Es war knapp, mit ein bisschen Glück hätten auch wir im Endspiel stehen können“, sagte FCK-Coach Georgios Fotiou nach dem „kleinen Finale“. Nicht ohne Grund: Souverän und ohne Punktverlust hatte sich der FCK durch die Vorrunde gespielt und auch in der Zwischenrunde gegen Wacker Biberch (3:0) und Türkspor Biberach (4:2) gewonnen, ehe Uttenweiler der Fotiou-Mannschaft die bis dato einzige Niederlage beibrachte (1:4). „Das Niveau hier war deutlich höher als beim Qualifikationsturnier, das muss ich sagen, es hat Spaß gemacht. Wir haben im Halbfinale den Beginn verschlafen“, spielte Fotiou auf das 0:1 nach 25 Sekunden an, dem ein (ergebnisloser) Sturmlauf der Krauchenwieser folgte.

(Erschienen: 23.01.2011 Schwäbische Zeitung)

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