Die Ruddies-Elf zieht ungeschlagen ihre Kreise
Fußball-Kreisliga A III, Badischer Bodensee: Rückschau auf die erste Saisonhälfte
„Wir haben uns nach der guten vergangenen Saison erhofft, dass wir um die Relegation mitmischen“, sagt Eugen Rothmund, Trainer des SC Göggingen , der auf Rang vier überwintert. Dass es nicht so kam, lag an den vielen Verletzten, darunter auch Franz Stärk, der sich schon in der Vorbereitung mehrere Bänderrisse zuzog, die ganze Vorrunde ausfiel und nun ab Februar wieder am Training teilnehmen will. Auch in der Abwehr musste Rothmund verletzungsbedingt immer wieder nach Ersatzlösungen suchen. Diese Misere schlug sich in 24 Gegentoren nieder. „Bei der SG Heiligenberg/Illmensee mussten wir einen Feldspieler ins Tor stellen“, verdeutlicht Rothmund das große Verletzungspech. „Gegen die Spitzenteams Schwandorf und Kluftern haben wir verloren, der Tabellenführer Walbertsweiler steht noch aus und gegen den Rest spielen wir auf Augenhöhe“, zieht der Trainer, dessen Elf zwei Nachholspiele gegen Walbertsweiler und Großschönach zu bestreiten hat und deshalb in unveränderter Zusammensetzung bereits am 16. März wieder in den Spielbetrieb einsteigt, Halbzeitbilanz. Den Traum vom Relegationsplatz hat Rothmund nach der 2:3-Heimniederlage gegen den Tabellenzweiten Kluftern im letzten Spiel vor der Winterpause abgehakt. Sein Ziel ist es, den Rückstand zur Spitze zu verkürzen.
Der FV Walbertsweiler/Rengetsweiler , die Mannschaft von Trainer Joachim Ruddies, die das Punktekonto im Frühjahr noch mit sechs Zählern aus Nachholspielspielen ergänzen kann, hat bei einem Rekordtorverhältnis von 53:17 kein Spiel verloren. Zu einer Punkteteilung kam es nur in den Partien gegen die Reserven aus Frickingen und Denkingen, ansonsten verließ die Mannschaft immer mit einem „Dreier“ den Platz. Meist siegte „Wa-Re“ souverän und – wie es so schön heißt – auch in der Höhe verdient. „Unser Ziel ist die Meisterschaft“, sagt Ruddies. Und: „Wenn alle fit bleiben, glaube ich schon, dass wir es packen können.“ Die Mannschaft sei hochmotiviert und der Kader so groß, dass er jede Woche die Qual der Wahl habe und „jemand weh tun muss, der auf der Bank bleibt“. Personell seien deshalb auch keine Veränderungen geplant. Höhepunkte in der Vorrunde waren für Ruddies, der ab 27. Januar „notfalls auch auf Schnee“ trainieren lässt, die Spiele gegen die starken Gegner Türkischer SV Pfullendorf (8:1), FC Kluftern (2:1) und FC Schwandorf/Worndorf (4:1): „Da hat meine Mannschaft souveränen Fußball gespielt.“ Weniger gute Erinnerungen hat der Trainer an den Aufsteiger SV Denkingen II: „Da haben wir in der 90. Minute durch einen Sonntagsschuss das 2:2 bekommen.“
„Für uns ist es besser gelaufen, als wir gehofft haben“, sagt Markus Eichner, Trainer des auf Rang zwei überwinternden FC Kluftern . Er nahm vor Beginn der Runde einige Umstellungen vor, die sich schnell zum Erfolgsrezept mauserten. „Wir haben großes Augenmerk auf die Defensive gelegt“, erklärt Eichner, dessen Elf nur zwölf Gegentore hinnehmen musste. Dazu habe sich Ingo Backert, Neuzugang mit Regionalligaerfahrung, als Glücksfall erwiesen. Auch der A-Jugendspieler Johannes Beier habe seinen Teil dazu beigetragen, die Lücken, die die Langzeitverletzten hinterließen, gut zu kompensieren. „Für mich war der Höhepunkt, als wir im letzten Spiel vor der Winterpause den SC Göggingen unter widrigsten Verhältnissen mit 3:2 schlugen“, sagt Eichner, der sich nach dem Auftaktspiel gegen die SG Heiligenberg/Illmensee, das vor eigenem Publikum mit 0:1 verloren ging, bereits auf ein Fiasko einstellen wollte. Danach habe die Mannschaft, die einige Wochen lang die Tabelle anführte, allerdings einen guten Lauf gehabt. „Es wäre vermessen, sich an Walbertsweiler zu orientieren“, sagt Eichner, der die Mannschaft ab 10. Februar wieder zum Training einbestellt, über die Ziele des FC Kluftern für die Rückrunde. „Wir wollen Platz zwei verteidigen und parat stehen, wenn Walbertsweiler schwächelt.“ Personelle Verstärkungen sind nicht geplant, aber Ahmet Özsoy, der in der kompletten Vorrunde verletzungsbedingt ausfiel, ist wieder mit von der Partie.
Der FC Schwandorf/Worndorf stand zu Beginn der Saison vor einer schwierigen Aufgabe. Nach der Auflösung des TSV Neuhausen ob Eck musste Trainer Mike Schad eine stattliche Anzahl neuer Spieler in seine Elf integrieren. Der Mannschaft tat die Verstärkung gut: Mit nur fünf Punkten Distanz zum Tabellenzweiten FC Kluftern sieht man in Schwandorf für die Rückrunde durchaus noch Chancen auf den Relegationsplatz. „Wir sind mehr als zufrieden“, sagt Schad, es sei nicht unbedingt zu erwarten gewesen, dass sich die Zugänge aus Neuhausen so schnell in die Elf einfügen. „Wir hatten einige hohe Siege, beispielsweise den 5:0-Sieg gegen Boll oder das 6:0 gegen die Denkinger Reserve“, sagt Schad, „aber mein persönliches Highlight war der 4:3-Erfolg gegen Kluftern, als es uns in der Schlussphase gelang, das Spiel beim Stand von 2:3 zu drehen.“ Seine Elf startet am 1. Februar mit dem Training und soll trotz langer Fasnet und eventuellen Wetterwidrigkeiten gut vorbereitet in die Rückrunde gehen. „Wir wollen den Abstand zu unseren Verfolgern, SC Göggingen, SG Heiligenberg/Ill., Herdwanger SV und Türkischer SV Pfullendorf, die bereits jetzt acht Punkte zurückliegen, noch vergrößern und dem FC Kluftern den Relegationsplatz abnehmen“, setzt Schad klare Ziele. Neue Spieler werden in Schwandorf nicht gesucht. „Wir sehen keinen Bedarf“, sagt Schad. „Unsere Verstärkung für die Rückrunde ist Torjäger Kevin Schröder, der nach einem mehrmonatigen studienbedingten USA-Aufenthalt wieder zurückkehrt.“
„Wir sind in dieser Saison in der Breite gut aufgestellt“, sagt Uwe Reinecke, Trainer beim Herdwanger SV . Er ist froh über diese personelle Situation nach langen Jahren der eher dünnen Personaldecke, in denen es oft genug schwer war, auch nur einen Spielerausfall zu kompensieren. Vor allem haben sich seine jungen Spieler, die er als talentiert bezeichnet, gut in die Mannschaft eingelebt. „Sie haben sich kontinuierlich gesteigert.“ Als Beispiele nennt er Andreas Götz, Felix Schmid und Torhüter Nico Specker, die inzwischen zu den Stammspielern zählen. „Wir haben eine sehr gute Leistung gebracht“, sagt der Trainer, der sich bei den vielen guten Spielen, die der Mannschaft zur Winterpause 21 Punkte und Tabellenplatz sechs einbrachten, nicht auf eine besonders herausragende Partie festlegen will. Schwächen habe die Mannschaft lediglich in Schwandorf gezeigt, wo man eine 0:3-Niederlage einstecken musste, und beim 0:4 auf dem ungewohnten Kunstrasen in Kluftern, „mit dem sind wir einfach nicht klar gekommen.“ Mitte Februar startet der Herdwanger SV mit einer unveränderten Mannschaft in die Vorbereitung auf die Rückrunde. Reineckes Elf soll an die bisherige Leistungen anknüpfen und zusehen, dass es auf der Tabelle nicht abwärts geht. „Wenn wir am Saisonende den sechsten Platz haben, sind wir zufrieden“, sagt er.
Von Anthia Schmitt (Erschienen: 23.12.2013 19:15)
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