Hausen, FCK und Göggingen intensivieren Zusammenarbeit
Demografischer Wandel lässt Vereine weiter aufeinander zugehen – Spielgemeinschaft SV Hausen/FCK II/Göggingen II geplant.
Die Fußballvereine FC Krauchenwies, SV Hausen a. A. und SC Göggingen wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Macht das Trio bislang schon im Jugendfußball als Spielgemeinschaft gemeinsame Sache, soll die Zusammenarbeit nun auf die Aktiven ausgedehnt werden. Geht es nach der Überzeugung der Vorstände, werden in der kommenden Saison zumindest der FC Krauchenwies und der SV Hausen a. A. mit einer gemeinsamen Mannschaft in der Kreisliga A II Donau antreten, beim SC Göggingen ist der Zeitpunkt des Einstiegs noch fraglich, da erst Bezirks- (14. Juli) und Verbandstag (28. Juli) zustimmen müssen. Zu spät, um die Spieler des SCG für eine Spielgemeinschaft im Württembergischen Fußball-Verband (WFV) in der Saison 2013/2014 zu melden.“
„Es hat rein demografische Gründe, keine sportlichen“, sagt Marcel Gauggel, stellvertretender Vorsitzender des FC Krauchenwies zur geplanten Spielgemeinschaft. Am Donnerstag will Gauggel seine Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung über die Pläne informieren. „Uns ist klar, dass es keinen anderen Weg gibt. Derzeit gibt es in der Jugendspielgemeinschaft Krauchenwies/Göggingen/Hausen/Laiz eine A-Jugend, aus der wir sieben Mannschaften im Aktivenbereich speisen. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.“ Derzeit profitiere man noch von den geburtenstarken Jahrgängen Anfang der Achtzigerjahre. „Aber wenn die mal aufhören, gibt es keinen anderen Weg mehr, als Kooperationen und Spielgemeinschaften“, glaubt Gauggel. Und so erwartet auch der Architekt in den kommenden Jahren eine völlige Umstrukturierung der Vereinslandschaft. „Ich glaube, dass es zu massiven Veränderungen in den kommenden fünf Jahren kommen wird.“
„Unser Wunsch ist so eine Spielgemeinschaft mit Hausen und Göggingen“, spricht Gauggel für den FCK. Ursprung war eine Idee bei einer gemeinsame Besprechung der bereits bestehenden Jugendspielgemeinschaft. „Wir haben bei den anderen Vereinen vorgefühlt. Sowohl Hausen als auch Göggingen signalisierten Gesprächsbereitschaft.“
Die drei Vereine sollen eigenständig bleiben, nur die Fußballer in einen Topf geworfen werden. Doch das bedeutet viel Überzeugungsarbeit in den Vereinen. Deshalb ist die geplante Zusammenarbeit bei der Jahreshauptversammlung des SV Hausen das Thema. „Wir wollen zunächst unsere Mitglieder in diesen Prozess einbeziehen“, sagt Andreas Ostermaier, Abteilungsleiter der Fußballer des SV Hausen a. A, und will sich deshalb zum genauen Prozedere noch nicht äußern. Natürlich sei die Kooperation in der aktiven Mannschaft eine Fortführung der Zusammenarbeit in der Jugend, so Ostermaier, der im Plenum am Freitag angeregte Diskussionen erwartet. Denn noch, so ist hinter den Kulissen zu hören, sind gerade die älteren Vereinsmitglieder noch nicht vollständig von einer derartigen Gemeinschaft überzeugt. „Von Seiten des Vorstands ist die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Vereinen gewollt. Aber wir wollen unsere Mitglieder mitnehmen. Alle müssen die Schritte akzeptieren und mitgehen“, so Ostermaier.
Nägel mit Köpfen am Samstag
Noch müssen die Mitgliederversammlungen in Hausen und Göggingen der Kooperation zustimmen bevor am Samstag endgültig Nägel mit Köpfen gemacht werden. Die Federführung der SG soll beim SV Hausen liegen, Hausens Trainer Oliver Scherzinger auch Trainer der SG sein. Doch Namen des Kindes und Spielorte sind noch nicht endgültig abgeklärt. Der Bezirksvorsitzende Jürgen Amendinger und der WFV haben den Vereinen allerdings bereits Hilfestellung geleistet.
Auch der Vorstand des SC Göggingen stellt auf seiner Jahreshauptversammlung am Freitagabend die Pläne seinen Mitgliedern vor. „Auch ich erwarte einige Diskussionen“, räumt Lothar Müller, Vorsitzender des SC Göggingen, ein. Göggingen wird mit seiner zweiten Mannschaft in die Spielgemeinschaft einsteigen. Göggingen II spielt bislang im Bezirk Badischer Bodensee in der Kreisliga C, doch dazu bedarf es noch der Genehmigung des Bezirks- (14. Juli) und Verbandstags (28. Juli) – wohl zu spät, um die Gögginger 2013/2014 als Gastspieler in der SG zu melden.
„Mit unserer ersten Mannschaft bleiben wir im Bereich des Südbadischen Fußball-Verbandes“, sagt Lothar Müller. Denn natürlich wolle man auch in der Zukunft gegen die alten Gegner spielen, sei im SBFV verwurzelt. Und das gebe man nicht ohne Not auf. „Bislang haben wir alles vorstandsintern besprochen“, sagt Müller. Aber auch er weiß: Ohne engere Zusammenarbeit geht es in Zukunft nicht: „Derzeit haben wir zusammengenommen in A- und B-Junioren vier Spieler aus Göggingen, einer muss aus Verletzungsgründen aufhören, ein anderer geht möglicherweise zum Studium weg, dann bleiben zwei.“ Dies hilft einem solitären SC Göggingen nicht weiter. Der Sport-Club verspricht sich von der neuen Mannschaft unter Federführung des SV Hausen a. A., mit dem regionalligaerfahrenen Oliver Scherzinger, eine Stärkung seiner Spieler der zweiten Mannschaft. „Ich will meinen Mitgliedern nicht irgendwann mal erklären müssen, dass ich die zweite Mannschaft wegen Spielermangels abmelden musste.“
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